Der Buchenwald-Überlebende und Ehrenbürger Weimars Thomas Geve ist am 27. August 2024 im Alter von 94 Jahren in Israel verstorben.
Thomas Geve wurde am 27. Oktober 1929 in Stettin geboren und hieß zunächst Stefan Cohn. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor sein Vater seine Arztpraxis. Die Familie zog zunächst nach Oberschlesien, später nach Berlin. Der Vater emigrierte 1939 nach Großbritannien; die Familie konnte ihm nicht folgen.
1943 wurden Thomas Geve und seine Mutter nach Auschwitz deportiert und dort getrennt. Nach der Räumung des Lagers durch die SS kam er über Groß-Rosen im Februar 1945 nach Buchenwald, wo er als Häftling Nummer 127 158 registriert wurde. Während seiner Gefangenschaft zeichnete er seine Erlebnisse auf, darunter seine Befreiung durch die U.S. Army am 11. April 1945.
Nach dem Krieg fand Geve seinen Vater in London wieder, studierte Bauingenieurswesen und emigrierte 1950 nach Israel. Dort arbeitete er als Bauingenieur. Er veröffentlichte Erinnerungen und Zeichnungen von seiner Haftzeit.
Am 6. Dezember 2023 wurde Geve zusammen mit 13 weiteren Buchenwald-Überlebenden zum Ehrenbürger Weimars ernannt. Oberbürgermeister Peter Kleine würdigte damit seine Bedeutung für die Stadt.
Quelle: Pressestelle Stadt Weimar, Mitteilung vom 19. September 2024.