TRUMP
Trump rammt erst, dann verhandelt er – Merz bringt einen Tankdeckel
Während Trump sich Grönland holt und den Iran über die Wirtschaft trifft, bekommt unser Kanzler nicht einmal Szenarien für die Tankpreise hin.

Donald Trump hat Grönland. Alle hatten die Insel abgeschrieben, nur er nicht. Er hat gesagt, was er will, hat alles weggerammt, und als sich die Aufregung gelegt hatte, kamen seine Diplomaten. So sieht ein Ergebnis aus.
In derselben Zeit bekommt es unser Bundeskanzler nicht hin, Szenarien für das Gasproblem und die Tankpreise vorzubereiten. Der Iran-Krieg läuft seit Januar 2026. Vor drei, vier Tagen hieß es noch: Wir denken darüber nach, wir haben noch keine Lösung. Was ist das für eine Führung?
Er musste sich erst mit dem Koalitionspartner zusammensetzen, wurde dort kleingemacht und kam am Ende mit einem sozialistischen Tankdeckel heraus.
Fünfzig Jahre Werteordnung ohne Ergebnis
Mich interessiert das Völkerrecht nicht. Und diese regelbasierte Werteordnung schon gar nicht. Man muss nur fragen, wohin sie uns geführt hat. Fünfzig Jahre lang wurden die Probleme im Nahen Osten damit nicht gelöst. In der Ukraine auch nicht. Im Gegenteil, sie wurden aufgebauscht.
Gemeinsame Werte, regelbasierte Ordnung, diplomatische Verpackung. Das ist das Vokabular einer Politikergeneration, die abtreten sollte. Wer nichts löst, soll wenigstens aufhören, sich dafür zu feiern.
Dann kommen alte Politiker wie Friedrich Merz und wollen einem etwas über Free Speech erzählen. Ein Mann, der sich seine Social-Media-Nachrichten ausdrucken und in einen Ordner heften lässt.
Gestern hat er im Konrad-Adenauer-Haus erzählt, wie sehr er sich gefreut habe, vor jungen Menschen von Jugend forscht zu sprechen, die vor Unternehmergeist sprühen. Dass er dort die Klarnamenpflicht gefordert und gesagt hat, man solle ihm nicht mit Free Speech kommen, erwähnt er nicht.
Erst rammen, dann verhandeln
Da lobe ich mir Trump. Der ist in New York mit der Mafia fertig geworden, mit den Gewerkschaften, mit der Beton-Mafia. Er hat sich mit allen arrangiert. Der Mann weiß, wie man verhandelt. Und er konzentriert sich auf das Ergebnis, nicht auf die diplomatische Verpackung.
Trump ist der Bulldozer. Er rammt erst alles weg. Wenn sich alle aufgeregt haben, kommen seine Diplomaten. Dann kommt Marco Rubio. Ich vermute nicht einmal, dass Rubio dafür nach Dänemark geflogen ist, das wäre zu auffällig gewesen.
Trump gibt die Richtung vor und sprengt die Berge weg. Danach übernehmen die Spezialisten. Er muss es nur in die Pipeline bringen, dann läuft der Apparat. Provokante Sprache ist Teil der Verhandlungsstrategie: erst das maximale Ziel, dann der Kompromiss.
Er ist der effektivste Präsident, den Amerika je hatte. Acht Jahre hat er sich auf die zweite Amtszeit vorbereitet, in den vier Jahren dazwischen hat er alles eingetütet. Dass Biden Präsident wurde, war für Trump ein Glück. Und für die Welt auch.
Ich habe seinen Wahlsieg vier Wochen vorher vorausgesagt, als alle noch etwas anderes erzählt haben. Nicht aus Sympathie, sondern weil ich beobachtet habe, wie dieser Mann arbeitet. Er ist nicht so dumm, wie die deutsche Presse ihn darstellt.
Als es Probleme gab, wurde auf Wirtschaft umgestellt. Militärisch hatte man sich verkalkuliert, also nahm man den anderen Weg. Genau so läuft es beim Iran. Der wird über die Wirtschaft erledigt.
Mich interessiert nicht, wer ein Problem verursacht hat. Mich interessieren nur Lösungen.
Zwei Jahre durchregieren
Und glauben Sie nicht, dass die Sache jetzt sang- und klanglos endet. Gleich heißt es hier, Trump sei in Amerika unbeliebt. Das ist Panikmache der deutschen Medien. Die Midterms wird er nicht rigoros verlieren.
Zwei Jahre wird er durchregieren, ohne auf irgendetwas Rücksicht nehmen zu müssen. Und danach kommen zwei vernünftige Leute: J. D. Vance und Marco Rubio. Vermutlich Vance als Präsidentschaftskandidat, Rubio als Vize. Das bestvorbereitete Duo, das Amerika je hatte.
In den Staaten wird derweil diskutiert, ob Kamala Harris noch einmal antritt. Und die deutschen Medien finden das großartig. Es ist irre, was wir hier erleben.
Die deutschen Kommentatoren und Politiker nennen Trumps Vorgehen Chaos. Sie verstehen nicht, was dort passiert. Am Ende steht zwölf Monate später eine dauerhafte Vereinbarung, ein Vertrag. Wir dagegen haben einen Tankdeckel.

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.

