SPD-MEDIEN
Die SPD kontrolliert bis zu 160 Zeitungstitel – und verschweigt es im Impressum
Die reichste Partei Deutschlands hält über ihre Verlagsgesellschaft bis zu 160 Medientitel – im Impressum taucht sie nirgends auf.

Die SPD ist die reichste Partei Deutschlands. Und sie besitzt ein Medienimperium, das keine andere Partei in diesem Land hat. Über ihre Verlagsgesellschaft und deren Beteiligungen stehen bis zu 160 Zeitungstitel unter ihrem Einfluss. Im Impressum dieser Blätter taucht die Partei nirgendwo auf.
Ich habe mir das einmal in einer Übersicht zusammengestellt. Wenn man sieht, worüber Lars Klingbeil als Parteivorsitzender tatsächlich herrscht, ist das erschreckend.
Warum immer dieselben in den Sendungen sitzen
Seit dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt schreibt dieses Medienimperium den Untergang herbei. Und man fragt sich, warum eigentlich ständig SPD- und Grünen-Leute in den Sendungen sitzen und die Kommentare schreiben.
Für den einen Teil gibt es eine simple Erklärung: 41 Prozent der Redakteure sind dem grünen Umfeld zuzurechnen. Das ist die Gruppe, die uns die ganze woke Agenda der letzten 15 Jahre herbeigeschrieben hat.
Wie sonst kommt jemand auf die Idee, Ulrich Siegmund binnen eines Monats zweimal auf den Spiegel-Titel zu heben? Entweder hat man sich daran dumm und dusselig verdient, oder mit normalem Menschenverstand ist das nicht mehr zu erklären.
Siegmund hat sich darüber lustig gemacht und Autogrammkarten daraus gebastelt. Das ist die Demütigung schlechthin. Beim zweiten Cover dasselbe: Alice Weidel sitzt fröhlich im Büro und signiert den Spiegel wie eine Autogrammkarte.
Angefangen hat es zur Kaiserzeit
Der andere Teil der Erklärung liegt tiefer. Die SPD hat zur Kaiserzeit begonnen, eigene Zeitungen zu gründen und zu betreiben. In der NS-Zeit wurden diese Medien beschlagnahmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Partei sie zurückbekommen oder neu gegründet.
Heute laufen die Beteiligungen über die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, gegründet 1971. Die Anteile liegen treuhänderisch beim Schatzmeister der SPD. Zehn Prozent hält eine zweite Gesellschaft, aus steuerlichen Gründen. Beide gehören der Partei.
Darunter hängen die Verlagshäuser: Pressedruck, Frankenpost, die Madsack-Gruppe in Hannover und weitere. Und darunter wiederum die Zeitungen.
150 Millionen Umsatz, 3,6 Millionen an die Partei
Die Zahlen sind klar. Knapp 150 Millionen Euro Umsatz. Über 2000 Mitarbeiter allein bei den Zeitungen, dazu kommen Subunternehmer, die in keiner Statistik auftauchen.
Der Jahresüberschuss lag 2024 bei 8,6 Millionen Euro. Davon wurden 3,6 Millionen Euro direkt an die SPD ausgeschüttet. In einem einzigen Jahr.
Jetzt rechnen Sie das einmal hoch über 120 Jahre. Wie viel Geld auf diesem Weg an eine Partei geflossen ist, die sich in der Öffentlichkeit gern als Anwalt des kleinen Mannes darstellt.
Direkt zuzuordnen sind rund 30 Zeitungen. Insgesamt stehen bis zu 160 Titel unter dem Einfluss dieser Partei. Und wer bei einer Zeitung arbeitet, die der SPD gehört, wird kaum gegen die SPD schreiben.
Im Impressum steht nichts davon
Das Entscheidende ist die Intransparenz. Im Impressum steht immer nur der Verlag oder der Herausgeber. Niemals der Gesellschafter. Damit sind diese Beteiligungen für den Leser komplett undurchsichtig.
Die Neue Westfälische in Bielefeld ist zu hundert Prozent eine SPD-Zeitung. Im Impressum steht: Zeitungsverlag Neue Westfälische. Von der SPD kein Wort.
In Lübeck, wo ich herkomme, heißen die Häuser Drägerdruck und Wullenweberdruck. Völlig unverdächtige Namen. Und sie gehören der Partei. Man mag es kaum für möglich halten, wie tief die SPD hier drinsteckt.
Normalerweise wäre es transparent und ehrlich, wenn dort stehen würde, dass die SPD Gesellschafter ist. Aber das steht da nicht.
2004 gefordert, nie weiterverfolgt
2004 wurde genau das gefordert: Parteibeteiligungen sollten im Impressum ausgewiesen werden. Weiterverfolgt wurde die Forderung nie. Sie ist einfach versandet.
Wer es nachlesen will, findet die Angaben im Rechenschaftsbericht der SPD beim Bundestag. Dort steht vieles davon drin. Nur macht sich kaum jemand die Mühe. Genau darauf baut das System.
Und in all diesen Zahlen sind die Online-Angebote noch gar nicht enthalten. Die Reichweiten, über die wir hier sprechen, sind die der gedruckten Ausgaben. Dazu kommen die gigantischen Reichweiten im Netz.
Eine Partei besitzt ein Medienimperium dieser Größe, schüttet sich daraus jedes Jahr Millionen aus und muss das nirgendwo kenntlich machen. Das ist der eigentliche Skandal. Und er wird von genau den Redaktionen nicht berichtet, die davon leben.

Dirk Muchow ist Herausgeber von KLARTEXT. Er schreibt über Bundespolitik, Wirtschaft und Medien – täglich, unabhängig und ohne Rundfunkbeitrag. KLARTEXT wird ausschließlich von seinen Lesern bezahlt.





